Prolog


Als ich voriges Jahr im Juni in den Ruhestand ging, plante ich schon ein halbes Jahr davor eine große Radtour. Die Alpen zu umrunden war immer schon in meinen Kopf herumgeschwirrt und so nahm dieser Plan relativ schnell konkrete Formen an. Mitko, mein ehemaliger Arbeitskollege, erklärte sich bereit, mich zu begleiten. Doch wie heißt es so schön in einem Wienerlied:

„Wenn der Herrgott net wüll nutzt des gor nix“. In der Vorbereitung war ich des Öfteren krank und je näher der Termin kam, desto lustloser schien mir auch der Mitko zu werden. An meinem letzten Arbeitstag fuhr ich mit über 39 Grad Fieber nach Hause und zudem war ich körperlich schlecht vorbereitet. So fiel meine Antrittstour ins Wasser und alternativ fuhr ich im August, als ich mich erholt hatte von der Ostsee nach Wien. Ein Jahr später war ich motiviert bis in die Haarspitzen und beschloss meine Tour im Juni zu starten. Nach einigen Diskussionen mit meiner Frau beschloss ich jedoch die Tour nicht in Wien zu starten und über Slowenien und Italien zu beginnen, sondern von zu Hause nach Wien zu fahren und zuerst die Nordseite, die Donau entlang zu fahren. Maria sollte mich ab Linz bis Ulm begleiten und Mitko von Ulm bis zum Ende. Aber bei Mitko merkte ich bald, dass er eigentlich nicht wirklich Lust hatte, die Tour zu fahren, und so war für mich bald klar, dass es eine Solotour werden würde. Die neue Route würde meine Tour um ca. 100 Kilometer verkürzen. Nach einigen Recherchen beschloss ich, das Zelt zu Hause zu lassen, und so stand einem Start am 1. Juni nichts mehr im Weg.


Zusatz: Wenn ich in den Beschreibungen die Uferseite mit „rechts und links“ bezeichne, so ist immer die Fahrtrichtung gemeint und nicht die Flussrichtung. Auf einer Seite sind immer 3 bis vier Tage zusammengefasst.